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Soziale und ökologische Aspekte

Verantwortung entlang der Lieferkette

Männer in ASM in Kono (Westafrika)

Risiken des Handels mit Konfliktmineralen global minimieren

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sind in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen festgeschrieben und vor dem Hintergrund eines steigenden Rohstoffbedarfs gerade im Bergbau von zentraler Bedeutung. Verantwortungsvoll handelnde Unternehmen und klare gesetzliche Grundlagen sind erforderlich, damit in den Rohstoffproduktionsländern soziale und ökologische Standards angewandt und durchgesetzt werden können. Insbesondere in Konfliktregionen ist dies aber noch lange nicht Realität. Dort bestehen hohe Risiken für Menschenrechtsverletzungen, Konfliktfinanzierung und Umweltschäden.

Mit der Verordnung zu Konfliktmineralen will die Europäische Union den Handel mit den konfliktträchtigen Rohstoffen Zinn, Wolfram, Tantal oder Gold besser überprüfen. Ab 2021 müssen europäische Unternehmen bei Einfuhr dieser Minerale in die EU verbindliche Sorgfaltspflichten beachten. Die Verordnung flankiert bereits bestehende internationale Standards und Verpflichtungen, etwa die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen oder die OECD-Leitsätze für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten. Auch Deutschland hat im Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte die Notwendigkeit von verantwortungsvollen Lieferketten bekräftigt. Risiken des Handels mit Konfliktmineralen global minimieren

 

Multisektorale Zusammenarbeit für verantwortungsvollen Rohstoffbezug

Über Multiakteurs-Initiativen können gezielt Standards in bestimmte Rohstoffliefer- und Wertschöpfungsketten eingeführt und unterstützt werden. Beispielsweise ergänzt die European Partnership for Responsible Minerals (EPRM) als entwicklungspolitische Begleitmaßnahme die gesetzliche Verordnung zur Einfuhr von Konfliktmineralen in die EU. Über die Partnerschaft sollen die Lebensbedingungen von Kleinbergleuten und die vom Bergbau betroffenen Gemeinden in Konflikt- und Hochrisikogebieten verbessert werden. Das BMZ ist Mitglied der EPRM und arbeitet durch das Sektorprogramm aktiv in der Initiative mit.

Ferner setzt sich das Sektorprogramm in der Global Battery Alliance für verantwortungsvollen Kobaltbezug und innovative Wertschöpfung bei Herstellung von Batterien für Elektroautos ein. Das Sektorprogramm kooperiert außerdem mit der Nachhaltigkeitsinitiative der Automobilindustrie Drive Sustainability.

Das Sektorprogramm stellt darüber hinaus den Wissenstransfer zu Nachhaltigkeitsstandards in den Mittelpunkt seiner Arbeit. In den letzten Jahren ist eine Vielzahl freiwilliger und verbindlicher Standards zu unterschiedlichen Rohstoffen und Themen entstanden, die schwer zu überblicken ist. Daher veranstaltet das Sektorprogramm seit 2017 die Workshop-Reihe „Interoperabilität" mit Ziel der verstärkten Zusammenarbeit, Verzahnung und Wirksamkeit der verschiedenen Standards. Gemeinsam mit der International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance (ISEAL) hat das Sektorprogramm z. B. den Bericht „Creating Value Together - Interoperability: Opportunities, Challenges and Ways Forward for Metals, Mineral and Minings Sustainability Standards" herausgegeben. Zudem setzt sich das Programm für eine verstärkte Einbeziehung indigener Interessen bei Nachhaltigkeitsstandards ein und arbeitet diesbezüglich mit dem Indigenous Peoples Advisory Forum der Aluminium Stewardship Initiative zusammen. Ferner initiierte das Sektorprogramm einen Austausch von Akteuren in Deutschland zum Thema „Verantwortungsvolles Gold".

Lexikon der Entwicklungspolitik

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