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Soziale und ökologische Aspekte

Klimasensibler Bergbau

Kohlekraftwerk und Windräder

Klimasensibler und umweltbewusster Bergbau

Die globale Energie- und Verkehrswende ist ohne den Bergbau nicht zu realisieren. Ohne Kupfer fließt kein Strom; ohne Lithium, Kobalt und Nickel kann keine moderne, leistungsfähige Batterie hergestellt werden, und für Solar- und Windanlagen werden Iridium und zahlreiche weitere mineralische Rohstoffe benötigt. Die weltweite Energiewende, der Wechsel zu Erneuerbaren Energien ist mineral-intensiv.

Zwei Beispiele können dies gut verdeutlichen:

  • Der Bedarf an Kupfer für die Produktion von Elektroautos liegt 2 - 6-mal so hoch wie der für konventionelle Fahrzeuge.
  • Eine 3 Megawatt-Windturbine (on-shore) benötigt - abhängig von der Bauart - bis zu 355 Tonnen Stahl, 4,7 Tonnen Kupfer, 3 Tonnen Aluminium und 2 Tonnen Seltene Erden.

Zugleich belastet der Bergbau die Umwelt und gefährdet das Klima. Deshalb engagiert sich das Sektorprogramm Rohstoffe und Entwicklung für die Reduzierung von Umweltschäden und Treibhausgasemissionen durch den Bergbau und unterstützt die Partnerländer bei der Einhaltung des Pariser Klimaabkommens von 2015.

Energiewende und steigender Rohstoffbedarf

Durch den Einsatz von Grünen Technologien steigt der Bedarf an mineralischen Rohstoffen. Die Weltbank kommt in ihrem Bericht The growing role of minerals and metals for a low carbon future zu dem Schluss, dass die weltweite Nachfrage nach Mineralen wie Lithium, Graphit und Nickel bis 2050 voraussichtlich um 965%, 383% beziehungsweise 108% steigen wird.* Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern geht die Ausweitung des Bergbaus mit verstärkten sozialen und ökologischen Problemen einher: Wälder werden gerodet, die Infrastruktur auf Kosten der bestehenden Natur und Landnutzung ausgebaut und beim technischen Betrieb von Minen werden Treibhausgasemissionen freigesetzt. Ohne Umweltschäden ist Bergbau nicht möglich. Diese können jedoch durch eine vorausschauende Planung und den Einsatz neuer Technologien begrenzt sowie durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen werden. Hierfür bedarf es ganzheitlicher Umweltmanagementstrategien für den Rohstoffsektor, die von Unternehmen angewandt und von Regulierungsbehörden überwacht werden. Die Relevanz von Nachhaltigkeit im Rohstoffsektor und eine stärkere Zusammenarbeit mit rohstoffreichen Ländern rücken in den entwicklungspolitischen Fokus.


Klimasensibler Bergbau

Ziel ist es, die Rohstoffversorgung für die voranschreitende Transformation hin zu nachhaltigen/ grünen Technologien zu gewährleisten. Gleichzeitig soll der Klima- und Umwelt-Fußabdruck bei der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung möglichst geringgehalten werden.

Klicken Sie auf das Video und erfahren Sie, warum Climate-Smart Mining die Basis für eine erneuerbare Energiewende sein kann.

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Climate-Smart Mining (CSM) ist ein Ansatz der Weltbank. Das Sektorprogramm Rohstoffe und Entwicklung hat die Weltbank beim Aufbau der Climate-Smart Mining Facility unterstützt und bei der Strategieentwicklung federführend mitgearbeitet. Mit einem eigenen Treuhandfonds sollen Projekte gefördert werden, die den Abbau von Mineralen nachhaltig betreiben und gleichzeitig die Auswirkungen des Bergbaus auf den Klimawandel begrenzen. Darunter fallen auch Aktivitäten rund um Forest Smart Mining, die sich mit Bergbau in Waldgebieten beschäftigen. Mehr Details zu CSM-Facility finden Sie hier.


The Renewable Power of the Mine

In Zusammenarbeit mit dem Columbia Centre on Sustainable Investment (CCSI) veröffentlichte das Sektorprogramm die Studie "The Renewable Power of the Mine". Sie ist eine der ersten umfassenden Studien, die sich mit dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien während der Explorationsphase sowie während des Abbaus, und mit der Energiegrundversorgung umliegender Gemeinden beschäftigt. Die Studie beschreibt 38 Fallbeispiele und beleuchtet praktische Einsichten und Lessons Learned. Empfehlungen für Regierungen, Geber, Bergbaufirmen, Energieversorger sollen helfen, die bestehenden Entwicklungshemmnisse zu überwinden.

 

*Gemessen an der aktuellen Produktion von 2017. Wurden beispielsweise 2017 43KT Lithium produziert um die weltweite Nachfrage zu bedienen, prognostiziert die Weltbank, dass 2050 die Nachfrage bei 415KT Lithium liegen wird.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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