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Transfer Pricing

Programm zur Stärkung der Kapazitäten unserer Partner: Missbrauch interner Verrechnungspreise im Bergbausektor in Lateinamerika und der Karibik stoppen


20.06.2018 |

Mit dem Begriff Transfer Pricing (deutsch: interne Verrechnungspreise) wird im Allgemeinen die monetäre Bewertung bestimmter Güter und Leistungen bezeichnet, die zwischen verschiedenen Bereichen eines Unternehmens oder zwischen verschiedenen Gesellschaften eines Konzerns ausgetauscht, allerdings nicht von Dritten bezogen werden. Das Transfer Pricing gewinnt heutzutage gerade bei internationalen Konzernen stetig an Bedeutung.

Transfer Mispricing hingegen kann dazu verwendet werden, die Steuerbemessungsgrundlage zu manipulieren und Steuerzahlungen zu vermeiden. Es führt außerdem zu einer Erhöhung des Drucks auf die öffentlichen Haushalte und begrenzt die Möglichkeiten der Länder ihre eigene Entwicklung zu finanzieren, die SDGs sowie die Ziele der Agenda von Addis Abeda zu erreichen. Zur Stärkung der Kapazitäten von Steuerbehörden und Bergbauministerien in Partnerländern mit großem Rohstoffsektor, wurde ein Programm zur internationalen Kompetenzentwicklung ausgearbeitet, mit dem Ziel den zuständigen Beamten, die notwendigen Instrumente im Umgang mit Steuerkontrollen im Bergbausektor zur Verfügung zu stellen. Dieses Programm wurde durch das Sektorprogramm Rohstoffe für Entwicklung (X4D) zusammen mit dem Regionalprogramm Regionale Kooperation für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Bergbausektors in den Andenländern im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), entwickelt.

Das digitale Trainingsprogramm wurde in zwei Phasen entwickelt. Die erste Phase beinhaltete eine 3-monatige Periode virtueller Module, die allgemeine Aspekte von Transfer Mispricing, geplante Verminderung steuerlicher Bemessungsgrundlagen sowie grenzüberschreitende Verschiebungen von Gewinnen durch multinationale Konzerne (Base Erosion and Profit Shifting (BEPS)) abdeckten, gefolgt von den spezifischen Beziehungen dieser Praktiken im Bergbausektor. Die zweite Phase bestand aus einem 3-tägigen Präsenztraining, bei dem die Teilnehmenden die Möglichkeit hatten, tiefer in die jeweiligen Themen einzutauchen, ihre Erfahrungen zu teilen, die Erkenntnisse aus den virtuellen Modulen zu kommentieren und neue Praxisfälle zu diskutieren.

Das Trainingsprogramm schuf neue Kapazitäten für die Partnerschaft mit dem Interamerican Center for Taxing AdministrationsCIAT, um Transfer Mispricing zu analysieren und als regionale Plattform für solche Diskussionen zu agieren. Es besteht großes Interesse daran, die Zusammenarbeit fortzusetzen, um die neu geschaffenen Kapazitäten weiter zu stärken und die interinstitutionelle Arbeit zwischen Bergbauministerien und Steuerbehörden weiter zu koordinieren. Diese ist bisher als eine der größten Schwachstellen identifiziert worden. 

In Folge des Kompetenztrainings sind nun 26 Beamte und Beamtinnen (53% Frauen) aus Bergbauministerien und Steuerbehörden aus zwölf Ländern (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Chile, Dominikanische Republik Ecuador, Guatemala, Mexiko, Panama, Paraguay und Peru) dazu in der Lage, die Praxis des Transfer Mispricings im Bergbausektor zu analysieren und Empfehlungen zur Vermeidung solcher BEPS vorzuschlagen. Darüber hinaus gibt es nun ein Netzwerk an internationalen und regionalen Experten und Expertinnen, die bereits bestehende Erfahrungen der CIAT, der GIZ (durch das Globalvorhaben Bekämpfung illegaler Finanzströme) sowie der Weltbank aus dem Jahr 2017 fortführen und ergänzen.

Ergänzend hat das Globalvorhaben Bekämpfung illegaler Finanzströme CIAT bei der Forschung und Diagnose der BEPS- und Bergbaubeziehungen in Lateinamerika und der Karibik unterstützt. Ein Bericht über die Ergebnisse einschließlich Empfehlungen wird in den kommenden Monaten veröffentlicht und in verschiedenen regionalen und globalen Veranstaltungen diskutiert werden. Diese fortlaufende Arbeit soll als neuer technischer Input für künftige Diskussionen dienen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link oder kontaktieren Sie Sophie Girke


Lexikon der Entwicklungspolitik

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