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OECD-Politikdialog zu rohstoffbasierter Entwicklung

Wissenslücken überwinden, lokale Zulieferer und -Wertschöpfung im Bergbausektor fördern


17.01.2019 |

Die Beschaffungsmodellierung LION ermöglicht die Identifizierung lokaler Investitionsmöglichkeiten in Rohstoffprojekte. LION basiert auf einer Marktanalyse, die Bar-Betriebskosten mit Daten zu Beschaffungsausgaben synthetisiert. So lässt sich die Größe von lokalen Märkten für verschiedene Beschaffungskategorien wie beispielsweise Energie oder Ersatzteile abschätzen. Aktuell sind zwei Studien zum Einsatz von LION bei der Förderung von Gold in Westafrika (Ghana, Elfenbeinküste, Burkina Faso und Mali) sowie Kupfer und Kobalt im Kupfergürtel (DR Kongo und Sambia) verfügbar.

Zusammen mit Jane Korinek, OECD-Ökonomin, und Isabelle Ramdoo, Entwicklungsökonomin am International Institute for Sustainable Development, diskutierte Nils Handler anschließend über Anwendungsmöglichkeiten und den Nutzen von LION in der Praxis. Die Diskussion vor Fachpublikum fokussierte sich auf die Einsatz LION als Beratungsinstrument für Politikschaffende. Isabelle Ramdoo berichtete von ihren positiven Erfahrungen mit den Modellierungsergebnissen bei der effektiven Priorisierung von Beschaffungskategorien für die Entwicklung einer lokalen Beschaffungspolitik in Ghana. Die Studie zur Anwendung von LION im Goldbergbau in Ghana ist ähnlich der jüngsten OECD-Studie von Jane Korinek zur lokalen Mehrwertschaffung innerhalb von Wertschöpfungsketten im Rohstoffsektor. In Bezug auf den Bergbausektor divergieren die Resultate jedoch aufgrund der unterschiedlichen Methodiken, die beiden Studien zugrunde liegen.

Der OECD-Politikdialog zu rohstoffbasierter Entwicklung ist ein zwischenstaatlicher Prozess. Ziel ist die Etablierung einer Dialogplattform zum Wissenstransfer und gemeinschaftlichen Lernen für rohstofffördernde (Minerale, Öl und Gas) Partnerländer der OECD. Die teilnehmenden Staaten tauschen unter anderem Erfahrungen aus, wie sie ihren Reichtum an Bodenschätzen nutzen können, um strukturelle Transformationsprozesse zu unterstützen und breitenwirksames Wachstum zu fördern.

Der Politikdialog fördert die Generierung, Systematisierung und den Zugang zu implizitem und neu entwickeltem Wissen durch die evidenzbasierte Analyse von Politiken in OECD- und nicht-OECD-Ländern. Der Dialog konzentriert sich auf vier Arbeitsstränge: (i) gemeinsame Wertschöpfung und lokale Entwicklung; (ii) Management von Einnahmen und Ausgaben; (iii) verbesserte Vertragsverhandlungen, und (iv) Eigeneinnahmen stärken, etwa durch die Bekämpfung von Korruption und vermehrte Transparenz auf Rohstoffmärkten.

 

 


Lexikon der Entwicklungspolitik

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