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Digitalisierung

Neue Veröffentlichung: New Tech – New Deal: Findings and new directions on the changing face of mining

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23.09.2021 |

Technologische Innovationen verändern das Gesicht der Bergbauindustrie grundlegend. Digitalisierung, Big Data, Automatisierungen, vernetzte Geräte, aber auch erneuerbare Energien, Drohnen, Internet of Things (IoT), künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-basierte Managementsysteme kommen immer häufiger zum Einsatz.

Daher stellen sich Fragen wie: Welche Rückwirkungen haben  neue Technologien im Bergbau auf Gemeinden, Regierungen und Minenbetreiber? Wie kann der Bergbau zukünftig regional sowie global zur nachhaltigen Entwicklung beitragen?

Diese Fragen sollen im neuen Bericht "New Tech, New Deal: Mining Policy Options in the Face of New Technology" des Intergovernmental Forum on Mining, Minerals, Metals and Sustainable Development (IGF) untersucht werden. Der Bericht ist das Ergebnis eines zweijährigen Forschungsprojekts, das vom Sektorprogramm „Rohstoffe und Entwicklung" im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt wurde.

"In den letzten Jahren haben wir eine Beschleunigung der Investitionen in bahnbrechende Technologien im Bergbausektor in großem Maßstab erlebt", sagte Isabelle Ramdoo, Mitverfasserin des Berichts und stellvertretende Direktorin des IGF auf dem digitalen Launch des Berichts am 15. September. "Diese Technologien werden die traditionelle Zusammenarbeit zwischen Bergbauunternehmen, Gemeinden und Regierungen verändern." Der Bericht fokussiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Lieferketten, auf das lokale Beschaffungswesen sowie auf die Besteuerung und die staatlichen Einnahmen in diesem Sektor.

Insgesamt werden 4 zentrale Herausforderungen definiert:

  • Sicherstellen, dass neue Arbeitsplätze weitestgehend von den Einheimischen übernommen werden können (Bildung und Ausbildung)
  • den Bergbau nutzen, um die wirtschaftliche Diversifizierung außerhalb des Bergbausektors voranzutreiben (innovative Investitionsmechanismen wie Impact Investment)
  • Besteuerungsmechanismen überdenken und an neue Realitäten anpassen
  • Lösungen für bestehende Probleme in den neuen Technologien selbst finden (Shared Infrastructure)

Aus entwicklungspolitischer Sicht stellt sich die Frage: Welche Änderungen bringt der technologische Fortschritt für die rohstoffreichen Entwicklungs- und Schwellenländer mit sich? Die fortschreitende Digitalisierung kann den wirtschaftlichen Aufschwung in rohstoffreichen Partnerländern beschleunigen, höhere Effizienz und Produktivität gewährleisten und transformative Veränderungen in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit sowie beim Umweltschutz im Rohstoffsektor bewirken. Gleichzeitig bedeutet Automatisierung meist den Verlust von Arbeitsplätzen für ungelernte Arbeiter*innen sowie das Entstehen neuer Stellen für qualifizierte Mitarbeiter*innen.

NTND Jobs

Hier können passgenaue Qualifizierungsprogramme die Lösung sein, um die Beschäftigungsmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung zu verbessern und auch um mögliche Ungleichheiten zwischen der städtischen und ländlichen Bevölkerung auszugleichen. Aufgabe deutscher EZ ist es, Länder auf diese Veränderungen vorzubereiten und diese zu begleiten, um langfristig lokale Wertschöpfung und nachhaltige Entwicklung sicherzustellen. Deswegen unterstützt das Sektorprogramm „Rohstoffe und Entwicklung" im Auftrag des BMZ das New Tech, New Deal (NTND) Projekt von Beginn an.

Der Abschlussbericht wurde am 15. September 2021 digital gelauncht. Die Aufzeichnung der Veranstaltung sowie die Präsentationslides finden sie hier. Die Kurzzusammenfassungen des Berichts gibt es in englischer, französischer und spanischer Sprache. Hier geht es zum vollständigen Bericht.

Way Forward:
Neben dem Abschlussbericht sollen in den kommenden Monaten noch vier detaillierte Länderstudien (Burkina Faso, DRC, Südafrika und Mongolei) veröffentlicht werden. Das New Tech, New Deal Projekt wurde zudem aufgegriffen und gemeinsam mit dem IGF, der ILO, IWiM und UNDP ausgeweitet hinsichtlich der Frage von Geschlechtergerechtigkeit bei der Einführung neuer Technologien im Bergbausektor. „Women and the Mine of the Future" beschäftigt sich zunächst mit dem Sammeln von geschlechtsakkreditierter Daten für den Bergbausektor, um darauf aufbauend Handlungsempfehlungen zu formulieren wie auch Frauen von der vierten industriellen Revolution im Bergbausektor bestmöglich profitieren können.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Lisa Stellner.


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Lexikon der Entwicklungspolitik

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