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29.09.2022 Geschlechtergleichstellung im Kleinbergbau: Fortschritte in der Region der Großen Afrikanischen Seen

Frauen spielen eine wichtige Rolle im Kleinbergbau und machen etwa 50% der Beschäftigten in Afrika aus. Doch ihre Sichtbarkeit und Anerkennung im Sektor ist gering. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Konferenz über die Region der Großen Seen (ICGLR) hat die GIZ ein Projekt zur Integration von Gendermainstreaming im Bergbausektor durchgeführt.

Auf dem afrikanischen Kontinent stellen Frauen durchschnittlich 50%[1] (Externer Link) der Beschäftigten im Kleinbergbau (engl. artisanal and small-scale mining – ASM). Doch ihre Sichtbarkeit und Anerkennung im Sektor ist gering: nach wie vor konzentrieren sich Diskussionen über den Bergbau hauptsächlich auf die von Männern dominierten Teile der Wertschöpfungskette. Hierzu gehört insbesondere das Schürfen, das direkt auf dem Minengelände stattfindet. Die Sichtbarkeit von Frauen, die einen Teil der Verarbeitung in ihren Häusern und nicht auf dem Minengelände erledigen, wird dadurch geschmälert[2] (Externer Link).

Frauen im ASM-Sektor stehen vor besonderen Herausforderungen. Unter anderem stehen ihnen selten sichere Räumlichkeiten und Ausstattung zur Verfügung, sie sind seltener im Fokus von Capacity Building und erhalten wenig Zugang zu Krediten, um ihre Stellung im Bergbau auszubauen und zu professionalisieren. Die Arbeit von Frauen im Bergbau wird durch die geschlechtsspezifische Strukturierung der Rollen abgewertet und eingeschränkt. Als Reaktion darauf hat die GIZ im Rahmen ihres Projekts zur Unterstützung der Internationalen Konferenz über die Region der Großen Seen (ICGLR) Aktivitäten zur Förderung der Integration von Gendermainstreaming im Bergbausektor durchgeführt.

Potenziale für lokale Gemeinschaften und die Wirtschaft freisetzen

Mehr Chancengleichheit für Männer und Frauen im Bergbau nutzen nicht nur Familien und Gemeinden, sondern bieten gerade auch für Unternehmen große Vorteile. Wenn Unternehmen die Vorteile einer vielfältigeren Belegschaft erkennen, fördern sie die wirtschaftliche Entwicklung und Anerkennung von Frauen im Bergbausektor und erhöhen somit ihre soziale Akzeptanz in den jeweiligen lokalen Gemeinden[3] (Externer Link). Das ICGLR-Sekretariat hat mit Unterstützung der GIZ die Notwendigkeit eines sicheren, sozial verantwortlichen und vor allem geschlechtergerechten Bergbausektors thematisiert. Gemeinsam haben das ICGLR-Sekretariat und die GIZ Workshops organisiert, in denen das Thema Gender und Bergbau sowie die Entwicklung der ICGLR Guidelines for Mainstreaming Gender in the Minerals Sector behandelt wurde, um die zwölf Mitgliedstaaten bei der Entwicklung von geschlechtergerechten Strategien in ihren jeweiligen Rohstoffsektoren zu unterstützen.

Nationale und regionale Akteure machen Fortschritte

Auf nationaler Ebene hat die ruandische Bergbau- und Erdölbehörde mit Unterstützung des Projekts eine Genderanalyse und eine Strategie für das Gendermainstreaming im Bergbausektor entwickelt. Durch Diskussionen und Inputs von Gender-Expert*innen wurden Vertreter*innen privater Unternehmen für den Inhalt dieser Dokumente und die Bedeutung von Gendermainstreaming sensibilisiert. Darüber hinaus nahmen Frauen, die im Bergbausektor tätig sind, an Workshops zu Capacity Building teil und erlernten Grundlagen zu geschlechterspezifischen Geschäftsplänen. Diese Maßnahme unterstützte die wirtschaftliche Stärkung der Frauen und ihre gleichberechtigte Teilhabe.

Auch in Uganda entwickelte das Vorhaben eine Genderanalyse und eine Gendermainstreaming-Strategie und diskutierte diese mit Vertreter*innen von Bergbauunternehmen. Mitarbeitende des Directorate of Geological Survey and Mines (DGSM), Teil des ugandischen Ministeriums für Energie und Bergbau, nahmen an ähnlichen Schulungen zu Gendermainstreaming teil. Die wirtschaftliche Stärkung der Frauen spielte auch dort eine Rolle: Frauen entwickelten Ideen für Geschäftspläne und diskutierten gemeinsam ihr wirtschaftliches Potenzial im Bergbausektor.

Der Einsatz für mehr Geschlechtergleichstellung im afrikanischen ASM-Sektor und die Anerkennung der Beiträge von Frauen hat gerade erst begonnen. Zusammen mit der GIZ ebnen die ICGLR und ihre Mitgliedstaaten den Weg für mehr Inklusion und Respekt für Frauen im Bergbau.


[1] (Externer Link) Women in Artisanal and Small-Scale Mining: Challenges and opportunities for greater participation | International Institute for Sustainable Development (iisd.org) (Externer Link)[2] (Externer Link) Ebenda.[3] (Externer Link) Women in the mining sector: the value of the inclusion (sptab.com) (Externer Link)