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Neue Veröffentlichung: Studie zu Bedarfen und Umsetzungslücken im Kontext von EU-Sorgfaltspflichten in rohstoffproduzierenden Ländern
Das GIZ Sektorvorhaben „Rohstoffe und Entwicklung“ und Globalvorhaben „Investing in Resilient and Sustainable Global Supply Chains (IGS)“ (früher: „Initiative Globale Solidarität“) haben im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine Studie veröffentlicht, die die Bedarfe und Umsetzungslücken bezüglich EU-Regularien zu Sorgfaltspflichten in rohstoffproduzierenden Ländern untersucht. Die Studie wurde von Levin Sources Ltd. durchgeführt und basiert auf qualitativen Fallstudien vier rohstoffproduzierender Länder: Indonesien, Brasilien, Mexiko und Sambia.
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Zur Veröffentlichung (Externer Link)
In der EU sind in den vergangenen Jahren mehrere Regularien in Kraft getreten, die darauf abzielen, die Einhaltung von menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten (Human Rights and Environmental Due Diligence, HREDD) durch Unternehmen zu stärken. Dazu zählen insbesondere
- die EU-Konfliktmineralienverordnung (2017/821) (Externer Link),
- die EU-Batterieverordnung (2023/1542) (Externer Link) und
- die EU-Lieferkettenrichtlinie (2024/1760) (Externer Link).
Die Studie analysiert den Bekanntheitsgrad der Regularien, wie diese von verschiedenen Stakeholdern wahrgenommen werden und inwiefern sich bereits auf die Umsetzung der neuen Anforderungen vorbereitet wird.
Die Studie offenbart einen moderaten Bekanntheitsgrad der EU-Regularien zu den Sorgfaltspflichten bei den befragten Stakeholdern, wobei die EU-Lieferkettenrichtlinie bei weitem die bekannteste Regelung ist. Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Stakeholder die Regularien insgesamt befürworten, da sie Möglichkeiten für einen Dialog zwischen der Zivilgesellschaft und den Wirtschaftsakteuren eröffnet und sowohl die Glaubwürdigkeit als auch die Marktposition des jeweiligen Landes verbessert
.
Abbildung 1: (Erwartete) Positive Auswirkungen (Abbildung 8 der Studie)
Die Stakeholder äußerten jedoch auch Bedenken, u.a. wegen unverhältnismäßiger Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen und Kleinbergbau-Akteure sowie wegen Wettbewerbsnachteilen für Unternehmen, die in die EU-Märkte liefern. Von den an der Studie befragten Stakeholdern hat fast die Hälfte mit den Vorbereitungen für die Umsetzung der neuen Anforderungen begonnen.
Abbildung 2: (Erwartete) Negative Auswirkungen (Abbildung 9 der Studie)
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus den Fallstudien empfiehlt die Studie gezielte Maßnahmen für Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit wie die GIZ, um negative Effekte zu reduzieren und Stakeholder-Gruppen in rohstoffproduzierenden Ländern bei der Vorbereitung auf die Umsetzung von Sorgfaltspflichten zu unterstützen.
- Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören
- die Ausweitung inklusiver Sensibilisierungsmaßnahmen über EU-Unternehmen und deren Niederlassungen hinaus auf lokale KMUs und die oberste Führungsebene der Unternehmen,
- die Stärkung des Verständnisses und der praktischen Umsetzung der EU-Regularien
- die Einrichtung lokaler HREDD-Kontaktstellen zur Unterstützung bei der Anwendung sektorspezifischer Sorgfaltspflichten
- sowie die Verringerung von Unklarheiten durch eine Hinwirkung auf die Angleichung der verpflichtenden Regelwerke und freiwilligen Standards.
Zitat eines/einer Interviewpartners/parterin:
Präsentation der Analyse auf der Mining Indaba 2026
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie wurden beim GIZ Side Event Day (Externer Link) im Rahmen der Investing in African Mining Indaba 2026 (Externer Link) vorgestellt und waren Gegenstand einer lebhaften Debatte in einer anschließenden Podiumsdiskussion zu gemeinsamen Herausforderungen, Marktauswirkungen und Umsetzungsbedürfnissen entlang der Rohstofflieferketten.
Unser Dank gilt der Global Battery Alliance, dem International Forum on Mining, Minerals, Metals and Sustainable Development sowie dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen für ihre Unterstützung bei dem Bericht.
Vorstellung der Analyse auf dem Side Event zur Mining Indaba 2026 des GIZ Sektorprogramms Rohstoffe und Entwicklung
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Sektorprogramm Rohstoffe und Entwicklung (Externer Link)