Sektorprogramm
Rohstoffe und Entwicklung

Soziale und wirtschaftliche Auswirkungen von Tiefseebergbau

Tiefseebergbau rückt mit der steigenden Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wie Nickel, Kobalt und Kupfer für die Energie- und Mobilitätswende näher an eine potenzielle Kommerzialisierung heran. Entwicklungsländer, deren Wirtschaft und Ernährungssicherheit von Meeresökosystemen oder dem landbasierten Abbau mineralischer Rohstoffe abhängen, könnten unter bestimmten Bedingungen direkt von Tiefseebergbau betroffen sein. Neben den mit Tief-seebergbau verbundenen Umweltrisiken werfen mögliche sozioökonomische Folgen Fragen nach Verteilungsgerechtigkeit, Existenzsicherung und Governance auf. Diese Themen sind zentral für die internationale Zusammenarbeit und unmittelbar relevant für Partnerländer, die potenziell von Tiefseebergbau betroffen sind – insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung der Verfestigung bestehender globaler Machtasymmetrien sowie im Hinblick auf faire Nutzen-verteilung, Transparenz und Rechenschaft entlang der Wertschöpfungsketten.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat das GIZ-Sektorprogramm „Rohstoffe und Entwicklung“ eine Studie erstellt, die die sozioökonomischen Dimensionen von DSM und dessen mögliche Auswirkungen auf Entwicklungsländer untersucht.

Die Studie „Mining the Depths, Undermining Development? Mapping Deep-Sea Mining and its Social and Economic Implications“ wurde von Dr. Maila Guilhon (Unabhängige Consultant und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Ocean Voices Programme) erstellt und beleuchtet diese Aspekte entlang von drei Kernbereichen:

• Entstehung von Tiefseebergbau im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (UNCLOS) und der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) sowie das wachsende Interesse an kommerziellem Tiefseebergbau.
• Repräsentation und Teilhabe in der ISA, einschließlich der Themen Nutzenverteilung, Technologietransfer und gleichberechtigter Teilhabe.
• Analyse der potenziellen sozioökonomischen Auswirkungen aus einer vorsorgeorientierten, explorativen Perspektive auf Basis eines Szenarios, in dem kommerzieller Tiefseebergbau den globalen Wettbewerb auf den Mineralmärkten erhöht, ohne den landbasierten Bergbau zu verringern.

Der Bericht stellt einen Analyse-Rahmen mit fünf Dimensionen auf Basis der UN Nachhaltigkeitsziele (SDGs) vor, mit Fallbeispielen aus Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien, Namibia und Papua-Neuguinea.

Zur Executive Summary (Externer Link)

WebinarMining the Depths, Undermining Development?“ am 20.05.2026

Nehmen Sie am WebinarMining the Depths, Undermining Development?“ der Reihe Deep-Sea Mining: What the World Needs to Know (Externer Link) in Kooperation mit der Deep Sea Conservation Coalition (DSCC), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem World Wide Fund for Nature (WWF) teil.

Das Webinar stellt zentrale Erkenntnisse der Studie vor und eröffnet einen Dialog über die sozioökonomischen Dimensionen von Tiefseebergbau. Teil der Diskussion sind Marktunsicherheiten, finanzielle und existentielle Risiken, Governance Fragen zu Ausgleichsmechanismen und Technologietransfer sowie die Verknüpfung globaler Debatten mit Realitäten auf Länderebene – einschließlich der daraus resultierenden Implikationen für die internationale Zusammenarbeit.

Datum: 20. Mai 2026
Uhrzeit: 15:00–16:15 CEST
Anmeldung: Zoom-Registrierung (Externer Link)