Sektorprogramm
Rohstoffe und Entwicklung

Studien zu „Gas Flaring“
Die Möglichkeiten der Entwicklungszusammenarbeit bei der Reduzierung von „Gas Flaring“

Der englische Begriff „Gas Flaring“ beschreibt einen Vorgang bei der Förderung von Erdöl, währenddessen Erdgas, das als Nebenprodukt anfällt, abgefackelt wird. Diese Praxis steht öffentlich verstärkt in der Kritik, da Gas Flaring als eine Verschwendung von fossilen Rohstoffen angesehen wird und gleichzeitig unnötige Emissionen erzeugt werden. Es gibt viele unterschiedliche technische Möglichkeiten das sogenannte Erdölbegleitgas zu nutzen, wie beispielsweise zur Erzeugung von Elektrizität oder als Ausgangsstoff für die petrochemische Industrie. Zudem erlauben neue und flexiblere Technologien, dass auch kleine Mengen Erdölbegleitgas in abgelegenen Gegenden einer Nutzung zu geführt werden können.

Die Reduktion von Gas Flaring ist ein Puzzleteil bei der Erfüllung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen. So trägt die Verwendung des Erdölbegleitgases zur Erzeugung von Elektrizität zu SDG 7: ‚Bezahlbare und Saubere Energie‘ bei. Gleichzeitig kann durch die Reduzierung der Abfackelns eine Reduzierung von Treibhausgasen erreicht und dadurch ein wertvoller Beitrag zu SDG 13: ‚Maßnahmen zum Klimaschutz‘ geleistet werden.

Im Auftrag der BGR hat Carbon Limits Ltd. zwei Studien mit insgesamt drei Länderbeispielen erstellt, welche sich mit dem Potenzial der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Reduzierung von Gas Flaring auseinandersetzt. In den Ländern Kamerun, Peru und Ecuador wurden hierfür unter anderem die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die geologischen und geografischen sowie die technischen und klimarelevanten Aspekte in Bezug aus Gas Flaring beleuchtet. Die Studien ergeben für alle drei Länder ein unterschiedliches Bild:

Peru hat im Jahr 2016 etwa 136 Millionen m³ Erdölbegleitgas abgefackelt und belegt damit weltweit Rang 51 der Länder mit den größten Abfackel-Volumen. Neben einer geringen Erdölförderung in Peru ist einer der wesentlichen Gründe, weshalb das Land einen der hinteren Plätze in diesem Ranking belegt, die Tatsache, dass das Abfackeln von Erdölbegleitgas streng reguliert wird. Durch die konsequente Umsetzung dieser Regulierung und unangekündigte Kontrollen wird in Peru nur etwa 8% des vorhandenen Erdölbegleitgases abgefackelt. Das restliche Erdgas wird entweder verkauft, zur Energieerzeugung genutzt oder in das Bohrloch re-injiziert.

Ecuador hat 1.154 Millionen m³ Erdölbegleitgas abgefackelt und damit im Jahr 2016 den 24. Platz auf der Liste der Länder mit den höchsten Abfackelvolumen weltweit eingenommen. Dieses deutlich höhere Niveau bei den Abfackelvolumen liegt unter anderem daran, dass der Erdölsektor Ecuadors anders strukturiert ist als der peruanische. Während in Peru sämtliches Erdöl durch private Firmen gefördert wird, wird in Ecuador ein Großteil des Erdöls durch einen Staatsbetrieb gefördert. Daher ist neben einer stringenten Regulierung ebenfalls ein hohes politisches Interesse zur Reduktion von Gas Flaring besonders wichtig. Ecuador hat ein Programm zur Erzeugung von Elektrizität aus Erdölbegleitgas gestartet, die volle Umsetzung des Programmes ist für die nächsten Jahre geplant.

Kamerun nimmt weltweit den 27ten Platz ein und hat 2016 etwa 1.098 Millionen m³ Erdölbegleitgas abgefackelt. Das Land fördert Erdöl insbesondere vor seiner Küste im Rio del Rey Basin, weshalb sich für die Nutzung des Erdgases einige infrastrukturelle Hürden ergeben. Das Erdölbegleitgas könnte entweder per Schiff durch eine schwimmende LNG-Anlage exportiert oder per Pipeline an Land gebracht werden. Ein Vorteil ist, dass ein Großteil des Erdgases in einem Gebiet vor der Küste Kameruns abgefackelt wird, weshalb der Bau eines Pipelinesystems je nach anschließender Nutzung des Erdgases wirtschaftlich sein könnte. Neben der Infrastruktur fehlt zudem eine klare gesetzliche Regelung wie das Erdölbegleitgas Verwendung finden soll.

Die umfassenden Studien stehen hier in englischer Sprache für Sie zum Download bereit.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte eine*n der BGR-Kolleg*innen (Externer Link).